Über den Flur flitzen Bobbycars, aus dem Klassenzimmer dringt Partymusik, bunte Schilder weisen den Weg zu Dosenwerfen und Kegelbahn … Kein gewöhnlicher Schultag an der Realschule Obergünzburg. Nach über drei Jahren Bauphase, in der die Schule vom Keller bis zum Dach saniert, modernisiert und digitalisiert wurde, feiert die Schulgemeinschaft mit einem Fest die Umgestaltung. Das haben sich die Schüler auch redlich verdient, denn die Bauphase war nicht immer angenehm. Oft lärmte es, manchmal war der direkte Weg ins Klassenzimmer versperrt, die Spielgeräte für die Pause fehlten. Mehrmals mussten Fachräume ausgeräumt und das Inventar umgezogen werden, wobei Schüler wie Lehrer kräftig mit anpackten. Die Sanierung des Schulgebäudes fand während des laufenden Schulbetriebs statt, keine Klasse wurde ausgelagert. „Die Bauarbeiten waren manchmal nervig, aber wenn man unsere Schule jetzt anschaut, hat es sich gelohnt“, meint Celina aus der 10d. Besonders gefällt Paul und Christiano aus der 8a die erneuerte Aula mit Tischkickern, Sitzecke vor dem Aquarium und Trinkbrunnen.
15 Millionen Euro: So viel hat der Landkreis Ostallgäu als Sachaufwandsträger in die Erneuerung der Realschule Obergünzburg investiert. Damit ist die Baumaßnahme die größte Schulsanierung, die der Landkreis jemals umgesetzt hat. Neben der energetischen Ertüchtigung entstanden weitere Klassenzimmer sowie Fachräume, barrierefreie Zugänge und ein neuer Pausenhof. Rektor Stefan Zillenbiller betonte in seiner Festrede, man habe heute ein zeitgemäßes, ausreichend dimensioniertes Schulgebäude, das Spaß am Lernen und Lehren mache.
Dass dies auch noch künftigen Schülergenerationen zu Gute kommt, wurde beim Festakt zum Ausdruck gebracht. Hier überreichte jede Klasse dem Schulleiter Briefe und Fotos für eine Zeitkapsel. “Diese wird im Schulgebäude ausgestellt und soll erst in 50 Jahren geöffnet werden”, erklärte Zillenbiller. Hinterlegt wurden auch die aktuelle Tageszeitung, Fotos des Gebäudes und ein Brief von Landrätin Zinnecker. In diesem schreibt sie: “Ich hoffe sehr, dass alle SchülerInnen und LehrerInnen mit unseren Umbaumaßnahmen von damals zufrieden sind. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrerkollegium und der gesamten Schulfamilie weiterhin viel Erfolg an dieser schönen Schule.”
Schulische Erfolge gab es an diesem Dienstag nicht zu verbuchen, sicher aber einen Zuwachs an Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft. Während sich die Zeitkapsel vor allem mit Produkten der jüngeren Schüler füllte, sorgten die kreativen Aktionen der Älteren für gute Laune. Ob beim Zimmerfußball, Karaoke oder Basteln von Windlichtern - es wurde niemand langweilig. So lohnte sich ein Gang durch das Schulhaus, um an einem der vielen Spiele teilzunehmen, aber auch Kuchen zu essen oder etwas Leckeres zu trinken. Nach dem Festakt fand zudem für die geladenen Gäste ein Empfang in der Schulküche statt. Die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe sowie des Wahlfachs “Lecker Essen” bereiteten hierfür zusammen mit Frau Miller süßes Fingerfood zu. Die musikalischen Einlagen der Schülerband unter der Leitung von Herrn Boch, ein Rap der 6a angeleitet von Frau Kott und nicht zuletzt die Lehrerband in der Aula ließen ebenfalls Partystimmung aufkommen. Mit einem Dank an alle, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten, beendete Herr Zillenbiller mittags die Einweihungsfeier.
Autorin:
Martina Eberl, Studienrätin (RS)
Christiane Miller (FL)